…aus dem Rat der Gemeinde Egestorf

Sachstandsbericht „Autohof Thaneberg“

Nachdem die „Nanz-Gruppe“ Ende 2018 das Areal vom US-amerikanischen Mineralölkonzern „Flying J“ übernommen hat, laufen die Planungen für die Ansiedlung des „Autohof Thaneberg“. Die Ansiedlung wird, in der Gemeinde Egestorf vom Rat und seinen Bürgern, sehr kontrovers diskutiert und wir haben festgestellt, dass dies nicht immer auf der richtigen Grundlage geschieht. Entsprechend soll der folgende Sachstandsbericht den aktuellen Stand aufzeigen und gleichzeitig informieren wie seitens der CDU die aktuelle Situation gesehen und eingeschätzt wird.

Es existiert zum derzeitigen Zeitpunkt für das Gelände eine, bis Ende Mai, gültige Baugenehmigung. Rein theoretisch könnte die Nanz-Gruppe, basierend auf dieser Baugenehmigung, die ursprünglichen Pläne der „Flying J“ sofort umsetzen.

Weder wir, noch die „Nanz Gruppe“, möchten einen Autohof mit 300 LKW-Stellplätzen!

Entsprechend ist es unserer Meinung nach richtig, dass Gesprächsangebot des Investors anzunehmen und gemeinsam einen guten Kompromiss für beide Seiten zu finden. Eins ist aus unserer Sicht klar, die Fläche „Thaneberg“ wird, früher oder später, einer gewerblichen Ansiedlung zugeführt werden. Wir haben jetzt die Möglichkeit Einfluss auf die Gestaltung und Umsetzung zu nehmen. Dies betrifft sowohl den Autohof, als auch das geplante, angrenzende Gewerbegebiet, bei dem der Investor uns um aktive Mitwirkung bittet. Die Entwicklung von Gewerbegebieten gehört nicht zu den Kernkompetenzen der „Nanz-Gruppe“, entsprechend können wir uns, gemeinsam mit der WLH (Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg), sehr gut einbringen.

Bildlich gesprochen reicht uns der Investor die Hand und möchte uns in seine Planungen aktiv einbinden. Sicherlich ist dies nicht unbedingt üblich und wer weiß, wie diese Bereitschaft nach der Verhängung einer „Veränderungssperre“ aussieht, geschweige denn bei einem anderen Investor.

Aus unserer Sicht ist es falsch und den kommenden Gesprächen nicht förderlich, besser gesagt sogar kontraproduktiv, den Investor mit der vieldiskutierten „Veränderungssperre“ zu konfrontieren. Dies wird dazu führen, dass die bestehende Bereitschaft für eine offene Diskussion nicht mehr gegeben ist. Dies wurde bereits während der Bauausschuss-Sitzung am 20. Februar seitens des Investors klar kommuniziert. Entsprechend wurde auf der letzten Ratssitzung beschlossen, dass zwar eine Veränderungssperre vorbereitet, diese aber nur als letztes Instrument der Planungshoheit und bei hoher Rechtssicherheit zum Einsatz kommen wird.

Derzeitig liegen uns Stellungnahmen der Anwaltskanzlei „Nell & Voss“, sowie des Landkreises Harburg hinsichtlich etwaiger Entschädigungsansprüche gegen die Gemeinde Egestorf vor. Da sich diese in Ihrer Bewertung in einigen wesentlichen Punkten unterscheiden, möchten wir erst nach einer abschließenden Stellungnahme eine Bewertung dahingehend durchführen, welche Risiken für die Gemeinde bestehen.

Aber auch dann wünschen wir uns eine Diskussion mit allen Beteiligten, ob pro oder contra Autohof, die auf Fakten basieren. Pauschale Aussagen wie die, dass der Egestorfer Einzelhandel, bis hin zu Geschäftsaufgaben, negativ beeinflusst wird,  Prostitution Einzug halten wird oder das der Autohof aufgrund von Unwirtschaftlichkeit irgendwann verwahrlosen könnte, halten wir für nicht zielführend. Andere Punkte wie z.B. die Architektur des Hauptgebäudes des Autohofs liegen aus unserer Sicht im Auge des Betrachters. Hier muss sich sicher jeder selbst seine Meinung bilden. Mehrheitlich sind wir allerdings der Meinung, dass auch die Lüneburger Heide bei allem historischen und touristischen Bewusstsein, eine moderne Bauweise entlang der Autobahn durchaus vertragen kann. Ganz im Gegenteil könnte diese moderne Architektur auch dazu führen, dass wir für ein jüngeres Publikum interessant werden.

Unabhängig davon wird ein Investor, der ca. 20 Millionen Euro in die Hand nimmt, unter Zuhilfenahme von Experten, genau analysieren welche Risiken/Chancen eine derart hohe Investition birgt. Einem Wirtschaftsunternehmen sollte man von politischer Seite die Gewinnerzielungsabsicht nicht absprechen.

Gleichzeitig wird in der ganzen Diskussion völlig ausgeblendet, welche Vorteile eine Ansiedlung der Gemeinde bringen kann. Es werden qualifizierte und weniger qualifizierte (auch für die gibt es Bedarf!) Arbeitsplätze entstehen, weiteres Gewerbe kann sich ansiedeln und wir haben jetzt noch die Möglichkeit aktiv an der Gestaltung mitzuwirken.

Der CDU-Ortsverband Egestorf ist sich seiner Aufgabe sehr bewusst, zum Wohle der Gemeinde und deren Bürger. Um für Egestorf den bestmöglichen Kompromiss zu finden werden wir in den nächsten Wochen besonders intensiv nach Antworten suchen. Das betrifft selbstverständlich auch den Eingriff in die Natur, Auswirkungen hinsichtlich Lärm- und Lichtemissionen oder auch das Thema Sicherheit. Wir werden die Entwicklung sehr genau im Auge behalten, erst wenn alle Fakten vorliegen, werden wir eine Entscheidung darüber treffen wie wir mit den Plänen des Investors umgehen werden. Mit uns wird es allerdings auch keine Verhinderungspolitik von Wirtschaft- und Steuerentwicklung in unserer Gemeinde geben. Auch hierfür steht die CDU in Egestorf.

Bis dahin sind alle Bürger und Mitglieder unseres Ortsverbandes sehr herzlich dazu eingeladen, sich aktiv an den Diskussionsprozessen zu beteiligen, Ideen und Anregungen einzubringen. Hierzu stehen Ihnen die Ratsherren der CDU-Gruppe jederzeit gerne zur Verfügung. Darüber hinaus freuen wir uns auf eine aktive Beteiligung an den kommenden Sitzungen und Treffen.

Nehmen Sie Teil an unserem politischen Meinungsbildungsprozess!!